Demenz in der Pflege
Mit Verhaltensstörungen richtig umgehen
Aggressiv, misstrauisch, grantig – viele Demenzkranke verändern ihre Persönlichkeit. Für viele pflegende Angehörige ist es schwer, die Verhaltensauffälligkeiten auszuhalten. Sie wissen nicht, wie sie auf plötzliche Stimmungswechsel, Aggressionen und Misstrauen reagieren sollen.
Merkmale von Demenz
- Demenzkranke verlieren nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch ihre Persönlichkeit. Damit einhergehende Anschuldigungen sind oft Ausdruck von Panikgefühlen und Wahnvorstellungen, die besonders im Stadium der mittelschweren Demenz auftreten können. Die Erkrankten reagieren grantig, weil sie die Alltagssituationen nicht mehr einschätzen können. Bei einer fortgeschrittenen Demenz ist der Gedächtnisverlust bereits so weit fortgeschritten, dass die Demenzkranken jeglichen Zeitbezug verloren haben.
- Sie können sich nicht mehr an Begebenheiten erinnern, die erst vor wenigen Stunden oder Tagen geschehen sind. So finden sie beispielsweise Dinge nicht mehr wieder, die sie an einen bestimmten Ort gelegt haben. Sofort tritt Misstrauen gegenüber den Angehörigen auf, die nicht selten des Diebstahls bezichtigt werden.
- Besonders in finanziellen Dingen sind sie sehr argwöhnisch. Sie vergessen schnell, dass jetzt die Tochter für sie alle Besorgungen macht und die Rente wie bisher auf ein Konto überwiesen wird. Sie stehen panische Ängste aus, weil sie glauben, verarmt zu sein und nicht mehr für ihre Familie sorgen zu können. Demenzkranke leiden häufig unter Wahnvorstellungen.
- Sie hören Stimmen und sehen Menschen, die es gar nicht gibt. Leicht fühlen sie sich verfolgt und glauben, bestohlen worden zu sein. In solchen Situationen ist es naheliegend, dass vor allem diejenigen beschuldigt werden, die im Haus ein und ausgehen, selbst wenn es die Angehörigen sind.
Umgang mit Demenzkranken
- Machen Sie sich bewusst, dass die Anschuldigungen Ausdruck der Orientierungslosigkeit und der Angst sind. Sie sind Teil der Demenzerkrankung. Versuchen Sie, die Panik nicht zu verringern. Auch wenn Sie sich durch Vorwürfe gekränkt fühlen, sollten Sie gelassen bleiben. Machen Sie Ihrerseits keine Vorwürfen, dann wird alles nur noch schlimmer.
- Sorgen Sie für einfache Alltagsabläufe, an die der Kranke sich erinnern kann. Bewahren Sie Dinge immer an einem festen Ort auf. Demenzkranke brauchen Orientierung. So liegt das Portemonnaie beispielsweise immer im Küchenschrank und der Schlüssel auf dem Tischchen im Flur. Stellen Sie Kleidungsstücke und Lebensmittel so bereit, dass sie direkt gesehen werden.
- Setzen Sie sich intensiv mit der Demenzerkrankung auseinander. Je mehr Sie über die Krankheit wissen, desto besser können Sie den Erkrankten verstehen und mit Misstrauen und Anschuldigungen umgehen. Seien Sie sich bewusst, dass Menschen mit Demenz viel Sicherheit benötigen. Geben Sie ihm das Gefühl, ernst genommen zu werden. Auch viel Trost und Ablenkung können helfen.
Weiterführende Literatur:
von Buijssen, H./Grambow von Beltz, E.: Demenz und Alzheimer verstehen: Erleben - Hilfe - Pflege: ein praktischer Ratgeber. 2009.
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